Den Weg erklären - die englische Art

Ihr kennt es ja: Ihr hockt da rum, genießt das Wetter, vergesst für einen Tag, dass Deutschland gegen die Wand gefahren wird, ignoriert ausnahmsweise, dass ganz Europa nicht mehr lange sein wird, lasst endlich mal außer Acht, dass die Erde in geschätzten zwei Jahren verglühen wird.

Ihr sitzt da also, redet über so weltbewegende Sachen wie die Nutella-Nuspli-Diskussion und plötzlich kommen Terroristen* und fragen euch auf englisch, wo man billig Bier kaufen kann. Und ihr fangt gerade mit den tollen englischen Formulierungen wie "It is a long shot but", die man aus Büchern und Filmen kennt und dann mischt sich ein anderer ein, der meint, dass die Brillenschlange mit mittlerweile kurzen Haaren zu lange braucht, um zu sagen, dass sie nur die Straße runtergehen müssen.

Gewiss, ich hätte das einfach sagen können, aber hier bloggt gerade jemand, der in Lloret de Mar die armen Flyerverteilerinnen vollgequasselt hat, nur um englisch zu sprechen. Solltet ihr mich also auf englisch nach dem Weg fragen, müsst ihr mir leider so lange zuhören, sodass über die Zeit per Quantenmechanik ausgerechnet der eigenartige Zufall eingetroffen ist, dass dieser Ort plötzlich vor euch liegt. Oder mir geht wieder jemand dazwischen.

Es war übrigens 23 Uhr. Ich bezweifle, dass der Supermarkt noch offen hatte. Das habe ich ja mit meinem "Long shot" zu erklären versucht; der andere Typ hingegen hat sie nichtmal annähernd gewarnt und wurde gestern sicher von sechs bis acht Terroristen* verflucht, die vor einem geschlossenen Supermarkt standen.

*Sorry, wollte Touristen schreiben, ich kriege die oft durcheinander.