Duke Nukem Forever - Review

Ich bin kindisch, pubertär und was es sonst noch für Begriffe gibt, die mich so beschreiben, dass ich zur Zielgruppe von DNF gehöre. Man sieht es an meinen Comicstrips. Darum kann ich auch überhaupt nicht nachvollziehen, wieso alle Kritiker sagen, das Spiel habe geschmacklosen Humor. Ich mag den Humor.

Ich mag das ganze Spiel, bis auf wenige Ärgernisse. Es ist wie der Sommer-Bluckbuster. Man spielt es mal eben und hat etwas tolles erlebt, das man eventuell wieder vergessen wird, aber währenddessen denkt man sich nur: Uff, das ist wirklich unvergesslich toll.

Es ist natürlich verrückt, dass man 14 Jahre für dieses Spiel gebraucht hat. Vor allem wenn man sich die Trailer von 1999 ansieht, die man freispielt. Es hat sich seit damals kaum was geändert. Die Grafik ist "besser" geworden (ich ziehe die Lowpoly-Grafik von 2000 den Meisten Grafikspektakeln von heute vor), es gibt eine Physics Engine. Aber ansonsten scheint der meiste Kram aus dem fertigen Spiel schon vor über einem Jahrzehnt drin gewesen zu sein. Aber damit kann ich leben. Ich bin schließlich kein Duke-Fan, der tatsächlich 14 Jahre gewartet hat.

Das Spiel halte ich nicht für altmodisch. Ich bin zugegeben wohl auch der Zeit etwas hinterher. Aber ich weiß nicht, was heutige Spiele anders machen sollen als damalige. Bei Crysis hat man genauso Bossgegner wie bei DNF. Das Checkpoint-System gab es auch bei Far Cry (und ich HASSE das Checkpoint-System).

Ich habe Far Cry 2 über ein Sonderangebot erstanden. Ich habe es nichtmal durchs Intro geschafft, weil es einfach so öde war. DNF beginnt hingegen sofort damit, dass man aus der Männertoilette kommt, sich den Kampfplan des Militärs oder so ansieht und darauf scheißt, sondern stattdessen einfach auf das böse Monster ballert. So beginnt ein Spiel!

Duke Nukem Forever ist ein gewöhnlicher Egoshooter. Nicht altmodischer und nicht schlechter als heutige. Er ist linear, aber so sind heute doch immernoch fast alle Spiele, und ich finde es gut so. Was DNF hervor hebt ist die Entwicklungsgeschichte. Und was den Spielinhalt angeht ist es dieser Humor und die Frauen (und niemand kann abstreiten, dass Frauen in vielen Medien heute immernoch nur als dummer Augenschmaus dienen).

Duke Nukem Forever versucht nicht, die Charaktere irgendwie zehndimensional zu machen oder was auch immer andere Spiele mittlerweile probieren. Es geht nur darum, eine schöne Zeit beim Spielen zu haben.

Kurz und Schmerzlos zum Negativen:

Das Checkpoint-System ist ein Krampf. Man muss es nicht beschreiben, weil jeder vermutlich weiß, dass die meisten Spiele Checkpoints eher mies umsetzen.

Man kann nur zwei Waffen tragen. Das ist uncool. So habe ich mich nie getraut, wirklich andere Waffen auszuprobieren, weil ich mir nicht leisten konnte, die Waffen, mit denen ich umgehen kann, gegen eine miese Waffe umzutauschen.

Eine Spielzeit von 10 Stunden. Man sollte natürlich an jedes Spiel gleich rangehen. Man sollte nicht sagen "Aber das ist doch von Valve, also MUSS es besser sein als das, was die hier abgegeben haben" oder "Aber es war VIERZEHN JAHRE in der Mache, da muss sich doch Spielinhalt angesammelt haben!" Ich sage es dennoch: Man hat 14 Jahre lang (im Spiel reden sie von 12 Jahren... hä?) gebraucht, um nur 10 Stunden Spielinhalt anzusammeln. Das ist schade. Aber streng genommen sind andere Spiele nicht länger.

Die Grafik: Und das meine ich, wie vorhin schon angedeutet, anders als wohl die meisten. Die meisten möchten gerne bessere (beziehungsweise eher dem heutigen Standard gerechte) Grafik haben. Ich hingegen hätte gerne weniger Bloom und weniger so Zeug, das vortäuschen soll, dass das Spiel voll mit heutigen Spielen mithalten kann. Grafik in Spielen entwickelt sich, finde ich, immer mehr zum schlechteren. Wo früher alles klar definiert war, mischt man heute überall Blur rein. Das erste, was ich bei GTA IV gemacht habe, war, die Tiefenunschärfe auszuschalten, weil es einfach doof aussieht und ich nicht will, dass ein Spiel für mich entscheidet, worauf ich meinen Fokus habe. Bloom ist die schlimmste Entwicklung überhaupt. Und wo man früher hübsche Fototexturen benutzte (Mafia I) heute lieber alles zu bumpmappen, ist nicht lustig...

Die Bossgegner sind einfach nur kacke. Ohne Ausnahme.

Ansonsten kann ich DNF empfehlen. Man muss halt kein ernstes Spiel erwarten. Wer in seinem Spiel einen Präsidenten haben möchte, der die Hand ans Kinn setzt und lange nachdenkt, wie er mit den Aliens verfahren soll, ist hier falsch. Hier hat man einen Präsidenten, der Duke ständig anscheißt, weil dieser tut, was er will.