Heldisch ist nach üblicher Definition nicht erfolgreich. Wenn ich von zwei Lesern, die ich habe, spreche, ist das gar nicht so ungelogen. Meine Serverstatistik ist lange nicht so umfangreich wie das, was man angeblich aus Google Analytics herauskriegen soll, aber es ist offensichtlich, dass Bots, die die Inhalte einfach nur archivieren, diese Website interessanter finden als ein Mensch, der die Inhalte tatsächlich verstehen würde.
Das liegt vielleicht daran, dass einfach niemand Heldisch kennt (zumindest ist meine Hoffnung, dass mehr Leute sagen: "Hä, was ist Heldisch?" als "Ah, Heldisch, kenne ich, hasse ich"). Ich versuche bereits, das zu ändern, indem ich zum Beispiel die Adresse ans Ende meiner Videos knalle, weil ich glaube, dass die Videos, so wenige Zuschauer sie auch haben, immer noch von mehr Leuten gesehen werden, als Leute Heldisch kennen. Aber ich weigere mich, mich in Internetforen anzumelden, nur um seltsame Beiträge zu verfassen und die Website in meiner Beitragssignatur zu verbreiten.
Aber selbst wenn ich vielen Leuten Heldisch nahe bringe, würden sie dran bleiben? Warum würden sie? Welche ist Heldischs Zielgruppe?
Das ist nichts, worüber ich mir Gedanken gemacht habe, als Heldisch anfing. Natürlich hatte ich Ideen darüber, wer Heldisch lesen sollte, wem Heldisch gefallen könnte. Aber niemals habe ich mein Whiteboard (ich kann nur jedem zu einem Whiteboard-Kauf raten) frei gemacht, den Stift rausgeholt und verrückte Gleichungen oder Analysen oder Stichpunkte zu Nischengruppen oder was es sonst noch gibt rangemalt.
Heldisch ist nicht überbewusst auf eine Gruppe von Menschen zugeschnitten. Es sei denn natürlich, es gibt eine Gruppe von Leuten wie mich, eine Tobi-Gruppe. Eine Gruppe voller Brillenschlange mit Mittelscheitel, die Heldisch zeichnen würden, um sagen zu können, dass sie einen Webcomic führen.
Heldisch wird in diesem Jahr den 500. Comicstrip erreichen. Noch schöner: Am 1. August 2013 ist Heldisch 5 Jahre alt. (Warum übrigens gilt es als der 5. Geburtstag, wenn doch 2008 schon der erste und nicht der "nullte" Geburtstag war?) Und wenn es so weit ist, kann ich zurückblicken und sagen, dass zumindest ich fünf Jahre lang Spaß mit Heldisch hatte. Auch wenn mich nur um die zwei Leser dabei begleiten. Denn Heldisch zeichne ich vor allem für mich.
Was nicht heißt, dass ich andere Leute ausschließe. Es ist schön, wenn andere an Heldisch Spaß haben. Aber wenn ich zum Beispiel Kritik von jemandem einheimse, der nie ein Superhelden-Comicheft in der Hand gehalten hat oder Black Cat mit Catwoman verwechseln würde, würde ich nichts für diese Person ändern, weil sie von Anfang an nicht in so weit für Heldisch geeignet war, dass es sich lohnt, sich in ihre Richtung zu bewegen.
Wenn mir jemand eine Pistole an die Schläfe halten (etwas, was bei meinem überaus harten Lebensstil durchaus passieren kann) und fragen würde, welche Leute ich mit Heldisch am ehesten anvisiere, müsste ich mich beschreiben:
Gelegenheits-Superhelden-Comicleser, die News über Comicverfilmungen fressen wie nichts anderes und Neuigkeiten über Comics hin und wieder zum Nachtisch nehmen und gerne Zitate oder Anspielungen auf seltsame Begebenheiten in ihrem Comicstrip über Superhelden haben.