Liebe unzufriedene Blogger,
wenn ihr mit irgendwas unzufrieden seid, sei es eine Person, ein Unternehmen oder eine Gottheit (wie zum Beispiel Bruce Campbell), könnt ihr gerne darüber schreiben. Ihr könnt schreiben, dass es euch nervt, dass an der Ampel ganz rechts stellen, um dann die Straße schräg zu überqueren, weil sie nach links wollen (denn es nervt in der Tat). Schreibt unbedingt darüber, wie dreist es vom Staat ist, keine Gesetze dagegen zu beschließen (denn es nervt so dermaßen).
Aber bitte schreibt nur darüber. Über das, was euch ärgert, über euren Ärger, und in seltenen Fällen auch über Dinge, die euch gefallen, wieso sie euch gefallen.
Was ihr nicht tun solltet: Diese Personen, Unternehmen, Gottheiten ansprechen. Selbst wenn dieser dumme Typ, der jedem den Weg abhackt, indem er quer läuft, diesen Blogeintrag wirklich liest: Deutlich mehr Leser - und für die schreibt ihr sicher auch - sind nicht diejenigen, die direkt angesprochen werden. Und für die liest es sich komisch.
Ich will nicht darüber lesen, wie ich euch ärgere, indem ich plötzlich auf der Straße stehen bleibe, weil mir die gerade eingekommene SMS wichtiger als alles andere ist. Weil ich das nicht tue. Hört auf, mir zu sagen, wie falsch es von mir ist, als erster in den Bus einzusteigen, um ein Ticket zu kaufen und jeden hinter mir, der seins im Vorbeigehen nur vorzeigen müsste, zu blocken. Ich weiß, wie falsch es ist und darum mache ich's nicht.
Bemerkt ihr, wie ich mich über Leute mit schrecklichen Straßengewohnheiten beschwert habe, ohne sie anzusprechen? Glaubt ihr, das hätte mehr Wirkung gehabt, wenn dieser Blogeintrag an sie gerichtet wäre? Ich kann es mir schwer vorstellen. Doch selbst wenn: Ich habe immerhin alle meine Leser beschuldigt, asoziale Deppen zu sein.
Es kann so einfach sein, liebe unzufriedene Blogger.