Wir haben heute Freitag, den 13., und solltet ihr keine tollen Horror-DVDs im Haus haben, geht doch einfach ins Kino!
»Freitag, der 13.« (Remake) ist ein Remake des Klassikers »Freitag, der 13.« und enthält fast alles, was ein guter Film dieser Art braucht: Guter Humor, nackte Frauen, aber leider unspektakuläre Tode.
Anders als im Original oder dessen Sequels sind die Jugendlichen diesmal keine Jugendlichen, die ein Camp neu aufbauen sollen, in dem vor längerer Zeit mal gemordet wurde und das keiner mag, sondern es sind Jugendliche, die entweder Cannabis-Pflanzen suchen oder in eine schmucke Villa eines Sohns reicher Schnösel eingeladen wurden. Außerdem sucht jemand seine verschwundene Schwester. Sie ist höchstwahrscheinlich tot. Oder nur mit ihrem Freund durchgebrannt, nachdem sie bemerkt hat, wie viel Spaß sie am Camp Crystal Lake mit ihm und Jason hatte.
Dass der Film ein Remake ist, fällt so gut wie gar nicht auf. Das ist natürlich vor allem deshalb, weil alle Filme, die »Freitag«, »der« und »13.« im Titel haben, so ziemlich gleich sind. Es gibt wie immer irgendeinen Arschloch-Teenie, der alle zusammenscheißt und eigentlich unbeliebt ist. Es gibt zwei Kiffer-Teenies, die ständig kiffen und im Rausch für die meisten Späße sorgen. Es gibt zwei weibliche Notgeil-Teenies, die eindeutig die Idee eines männlichen Drehbuchautors sind. Und natürlich gibt es die Romanze zwischen der liebenswürdigen Fürsorglichen und dem liebenswürdigen Fürsorglichen.
Dennoch gibt es diesmal einen kleineren Unterschied zu der alten Filmserie: Die Technik! Aber dass die Teenager allesamt mit GPS ausgerüstet sind, hilft ihnen auch nicht dabei, sich nicht zu verirren. Das ist halt die dumme Jugend von heute.
Doch guckt man sich einen »Freitag, der 13.« ja nicht wegen der geschickt ausgeklügelten Handlungen der Jugendlichen an. Nein, man möchte sogar, dass sie von Jason, dem Eishockey-Masken-Mörder (womit gemeint ist, dass der Mörder eine Eishockay-Maske trägt und nicht etwa solche Masken ermordet), getötet werden. Leider fallen diese Morde aber recht langweilig aus. Man hat sich wohl an Realismus und wenig Übertreiberei versucht, doch so ein Film hat nicht realistisch zu sein. Beim kleinsten Kratzer MUSS das Blut eigentlich unrealistisch spritzen, so dass alle sagen können: Cool, es spritzt Blut! Tja, leider muss man sich für sowas die Saw-Sequels ansehen, die aber dann doch zu bescheuert und absurd sind.
Dennoch: Das Remake ist der beiste »Freitag, der 13.«-Film überhaupt.
Abschließend noch was über die Erfahrung im Kino: Ich saß in der Vorpremiere und man könnte ja meinen, dass alle, die da ebenfalls sitzen, genauso sehr Fans dieser Filme sind. Die meisten waren es wohl auch, doch gab es da zwei bis drei Mädchen, die bei jedem Mist aufgeschreckt sind und doch tatsächlich den Figuren im Film zugerufen haben, was diese gefälligst zu tun haben, um zu überleben. Mich haben sie genervt, meinen Kumpel haben sie genervt, die Leute um uns herum haben sie genervt (»Wie asozial, ey. Irgendwann gehe ich mal in einen Frauenfilm und ziehe da das gleiche ab.«) und ich hoffe doch sehr, dass die Kerle, die sich wohl sehr cool gefühlt haben, als sie Mädchen auf dem Stand von 10-Jährigen in einen Ab-18-Film mitgenommen haben, sich mittlerweile schämen... Da freut man sich über ein Jahr auf diesen Film und so Gören versauen einem das Erlebnis. Schönen Dank.