Ich habe so aus Spaß eine Rede für meine Abiverleihung geschrieben. Sie war aber erstens zu lang und zweitens hätte ich nie den Mut gehabt, sie aufzusagen. Aber die, die den Zettel gelesen haben, fanden die Rede cool und wünschten sich, dass ich sie vortrage. Entscheided selbst, wie sie so ist.
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Ich möchte den Schülern danken. Sie haben sich im 104er immer furchtbar verhalten. Sie brüllten rum, sie lachten wie bekloppt und ich bin mir sicher, dass der eine oder andere auch sabberte. Und allesamt haben sie mich nicht auf das Robert Blum Gymnasium gehen wollen lassen, weil sie sich eben so wunderbar – das ist Ironie – präsentiert haben. Ich bin trotzdem auf dieser Schule gelandet. Ich danke diesen Schülern, weil sie mich auf diese Schule vorbereitet haben. Nicht nur im Bus, nein auch in der Schule wurde rumgebrüllt, wie bekloppt gelacht und ganz sicher gesabbert. Und ohne Vorbereitung wäre es furchtbar gewesen.
Ich möchte den Lehrern danken. Wenn man mit bestimmten Leuten viel zusammen ist, eignet man sich manche Ticks oder dergleichen an. Ich zum Beispiel trage erst eine Brille, nachdem ich etwa 8 Jahre mit meinem Brillen-tragenden Bruder zu tun hatte. Ich wette, jeder fünfte Wer-wird-Millionär-Kandidat fragt nach seinem Auftritt in seinem Freundeskreis immer wieder, ob der Gegenüber sich bei dem, was er sagt, sicher ist. Ich danke den Lehrern dafür, dass sie sich nicht bestimmte Verhaltensweisen den Schülern abgeschaut haben und, anstatt rum zu brüllen, wie bekloppt zu lachen oder gelegentlich zu sabbern uns lieber gelehrt haben, was der Lehrplan vorschreibt – wenn sie nicht gerade gemeckert haben, weil der Lehrplan ihnen etwas vorschreibt. Und das meiste Wissen aus der Schule konnte ich wirklich gebrauchen. Auf einer Party ist man der Renner, wenn man weiß, wie der Quintenzirkel funktioniert. Ich bekomme im Restaurant mein Essen schneller, weil ich dem Kellner sagen kann, wie viele Chromosome ein Hai hat.
Ich möchte auch meiner Familie danken. Damit meine ich meine Mutter, meinen Bruder... und meine Tochter. Ohne sie wäre ich jetzt nicht hier. Vielleicht wäre ich auf einer Eliteschule gelandet, ich weiß es nicht, aber ich bin zumindest schonmal nicht unter der Brücke und esse fragwürdig aussehende Fische aus einem Fluss, der in keiner Karte eingezeichnet ist, weil die Fabrikenbesitzer verschweigen wollen, dass es diesen schmutzigen Fluss gibt. Dafür dass ich hier stehe und diese Rede halten kann, möchte ich meiner Familie danken. Und dem Typen, der mich so lange reden lässt, anstatt mich einfach von der Bühne zu zerren.
Ich möchte den Eltern der Schüler danken. Genau genommen möchte ich nicht, aber dafür möchte möchte nicht, dass die hier anwesenden Eltern leer ausgehen. Danke, Eltern!
Und zu guter letzt möcht-- muss ich mir danken. Ich bin toll!
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