Ich habe zu so vielem was zu sagen. Und wenn ich nicht was zu kommentieren habe, dann könnte ich immer noch ein Buch mit Fiktion füllen. Und damit ich nicht alles für mich behalte, sondern es in die Welt lasse, wo es sicher nur einen meiner beiden Leser interessiert (aber immerhin einen), habe ich eigentlich ein Blog in meine Website programmiert. (Auch die Texte-Kategorie, aber vor allem das Blog.)
Und doch schreibe ich hier bestenfalls einmal die Woche etwas. Wieso? Weil meine Ansprüche gestiegen sind.
Wenn ich heute einen Blogeintrag verfasse, dann nicht direkt in mein System, sodass ich nur noch auf "Absenden" drücken muss, sondern in der Regel erstmal in eine Datei, die ich auf der Festplatte speicher. Nach einem Tag (selten früher) schaue ich mir den ganzen Text noch einmal an und verwerfe ihn oder lasse ihn auf der Platte liegen, um ihn irgendwann zu verbessern und dann nochmal anzusehen, oder bin tatsächlich zufrieden mit ihm.
Und in letzter Zeit bin ich selten zufrieden. Nicht weil ich denke, der Inhalt sei nix für diese Website, sondern weil ich ihn einfach für schlecht verfasst halte. Meinen Text über Amazing Spider-Man habe ich sicher dreimal geschrieben. Und das ist auch nur einer der wenigen Blogeinträge, die etwas halbwegs Aktuelles behandeln. Weil ich eben so lange unzufrieden mit meinen Texten zu Neuigkeiten bin, dass die Neuigkeiten schon bald ein alter Hut sind.
Ich möchte gerne im Blog was über Rob Liefeld haben (der glücklicherweise immer aktuell zu sein scheint) oder über 3D-Animation (die leider immer präsent ist). Ich habe einen Text über Twitter auf der Platte, der jetzt auch gar nicht so unpassend käme. Ich habe oft einen Blogeintrag über eine besprechenswürdige Heldisch-Geschichte versprochen, doch der wird nun nie kommen, weil die Geschichte bereits zu lange zurückliegt.
Stattdessen steht öfter was von mir auf der Facebook-Seite, worüber ich mir erst während des Schreibens Gedanken mache und höchstens korrekturlese, bevor ich absende. So ziemlich die Vorgehensweise, die ich vor etwa einem Jahr noch für meine Blogeinträge hatte. Das bedeutet zwar einerseits, dass es nur die mir "sprachlich" wertvollen Gedankenfürze es auf die Website schaffen, aber andererseits gehen mir die mir immer noch inhaltlich bedeutsamen Dinge veloren, wenn Facebook dicht macht (guter Text dazu hier).
So viel dazu, wieso ich selten Blogeinträge online stelle und was ich selbst davon halte.
Nun zur Lösung:
Ansprüche wieder senken und hoffen, dass ich besser werde, je mehr ich hochlade und nach einer Woche raufblicke und sage: "Uff, das hätte ich nicht so machen sollen und werde es das nächste mal definitiv besser hinkriegen."
Natürlich ist nicht-mehrfaches durchdachtes Absenden eines Blogeintrages auch gefährlich. Irgendwelchen Besessenen macht man es so nur einfacher, Widersprüche zu finden und sie einem vorzuhalten und so weiter. Aber hey, wer nicht wagt, der nicht gewinnt, oder so.
Und darum ist dieser Blogeintrag hier online. Und er wurde lediglich noch einmal korrekturgelesen. (Und selbst das vermutlich mies - Rechtschreibsoftware, was ist das?)