Was, das war schon das vierte Mal Luft und Feuer? Ja, war es. Und sobald ich das Archiv komplettiert habe, wird es auch einfacher sein, all diese vier Male in Zukunft direkt anzuwählen.
Aber nun zum Eigentlichen: In Luft und Feuer #4 ist viel passiert und weil ich Angst habe, dass das jedem unbemerkt geblieben ist, muss ich darüber selbst schreiben, anstatt zu warten, dass irgendeiner meiner vielen Fans auf seiner eigenen Website darüber schreibt.
1) Diese Geschichte hat klargestellt, dass Strong Guy, Electric Gal und Luft und Feuer in derselben Stadt sind. Wieso mache ich das? Weil ich kann. Weil es mir Stoff für ein Crossover gibt, dass vielleicht noch in diesem Jahr erscheinen wird. Aber ist das so klug? In den DC Comics hat nahezu jeder Superheld seine eigene Stadt, auf die er aufpasst. Das hat den offensichtlichen Vorteil, dass sie sich nicht gegenseitig in die Quere kommen. Und dass man sich als Leser nicht fragt, wieso zur Hölle sie sich nicht gegenseitig helfen, wenn der eine gerade übermannt ist. Auf der anderen Seite wirkt es so, als seien alle Superhelden im Marvel-Universum in New York angesiedelt. Aber es kommt nie die Frage auf, wieso sie sich nicht gegenseitig helfen. Man kann hier argumentieren, dass die Superhelden verschiedene Klassen haben (Spider-Man ist ziemlich lokal gebunden, während die Fantastischen Vier locker mal eben ins All fliegen). Aber es bleibt: In Marvel teilen sich so viele Superhelden die Stadt, aber trotzdem nicht die Gegner und alles geht gut. In Heldisch wird's auch gutgehen. Keine Sorge.
2) Janina hat eine neue Frisur. Und wenn sie nicht drei Panels darüber gelabert hätte, wäre es vermutlich wirklich keinem aufgefallen. Ich war unzufrieden mit der alten Frisur. Sie gefiel mir einfach nicht. Wieso muss ich dann aber so eine große Sache daraus machen, dass ich ihre Frisur geändert habe? Schließlich laufen Leute in der Wirklichkeit jede Woche mit einer neuen Frisur rum. Mal den Scheitel links, mal rechts. Mal ein Zopf und ab und zu kürzere Haare. Nun, vor allem im eher krakeligen Heldisch sind meine Figuren nur in Frisur und Geschlecht visuell voneinander unterscheidbar. Manchmal auch durch Kleidung, aber bei Luft und Feuer tragen die Charaktere tatsächlich jeden Tag andere. Wenn ich also eines dieser Merkmale ändere, ist das eine große Sache bei mir. Darum wird es Frisurenänderungen nur sehr selten geben. Und wenn es sie gibt, wird die betroffene Figur drei Panels darüber sprechen, dass sie sich verändert hat.
3) Jonas trainiert. Trainieren im Sinne von Körperfitnessmuskelaufbaudingens. Nicht nur er, auch Sarah/Electric Gal, aber ich kam nie dazu, das zu zeigen. Unmöglich können Superhelden sich einfach nur auf ihre einzige Kraft verlassen. Aber wichtiger noch in diesen beiden Comicstrips, in denen man Jonas oben-ohne sieht: Das wäre ohne Kolorierung so zu zeigen nicht möglich gewesen. Ohne Kolorierung hätte ich das Six Pack einzeichnen müssen, was es außerordentlich stark hätte aussehen lassen. Da ist mit Schattierung zu arbeiten doch die bessere Lösung. Ich glaube, ich schrieb mal, dass ich nicht so den Sinn dabei sehe, einen Comicstrip zu kolorieren. Ich schätze, ich habe ihn gefunden.
4) Luft und Feuer haben bereits einen Supergegner, an den sie schon öfter geraten sind. Damit wollte ich unter anderem zeigen, dass Zeit vergangen ist. Aber auch, dass es halt einen Supergegner gibt, dem es immer wieder gelingt, aus dem Gefängnis auszubrechen. Wie? Ich habe keine Ahnung. Er weiß es, das reicht. Und er wird sicher bald wieder auf freiem Fuß sein, um wieder eingebuchtet zu werden. Der Bloaster ist nicht unbedingt ein guter Supergegner. Er hat etwa den Status des Schockers in Ultimate Spider-Man (und tatsächlich auch ein ähnliches Character Design). Er ist da, um einen Typen zu haben, den man dingfest machen kann. Ich finde, solche Gegner braucht es. Kleine Fische, die aber immer wieder auftauchen.
5) Hat Jonas einen Kostüm-Fetisch? Das ist ein ziemlich krasses Wort und ich streite das lieber ab. Aber es ist in der Tat so, dass Jonas irgendwas für Kostüme hat, wie Janina bemerkt hat. Ich weiß nicht, was ich weiter dazu sagen soll. Man schaue sich nur mal Anfänge an, wo er auch schon erstaunlich viel Spaß am Kostüm-Zeug hatte...
6) Abschließend was zu den Kostümen: Wie (meine ich) schon öfter gesagt, ist Luft und Feuer sozusagen der Anfang von Heldisch, nur ausgedehnter mit mehr Gefühl, mehr Detail. Wenn sich im Original-Heldisch die Kostüme ändern, passiert das nahezu mit einem Fingerschnipps. Nicht so in Luft und Feuer. Wenn sich hier was ändert, wird darauf eingegangen. So auch bei den Kostümen. Was ich erzählen oder anmerken wollte, habe ich auch erzählt oder angemerkt. Hier eine kurze Liste:
- Mit den neuen, komplexeren Kostümen, dauert es länger, sie aus- und anzuziehen. Noch dazu müssen sie so ziemlich völlig ausgezogen werden, weil es schwer ist, T-Shirts oder Tanktops über langärmeligen, engen Oberteilen zu tragen.
- Im selben Comicstrip erwähnt Janina, sie sollte keinen Knoblauch mehr essen, bevor sie sich die Maske aufsetzt. Das ist etwas, worauf wirklich mal eingegangen werden sollte. Dass man, wenn man eine Maske trägt, die das ganze Gesicht verhüllt, tatsächlich die ganze Zeit über von seinem Ekel umgeben ist und vielleicht in Voraussicht diesen Ekel reduzieren sollte.
- Enge Kostüme sollte man lieber tragen, wenn man auch die Figur dafür hat. Ich sehe wöchentlich genug Jugendliche in diesen furchtbaren Jeggins, um das bestätigen zu können.
Kostüme sind nicht billig. Und 80 Euro sind wohl noch niedrig.
Es sind noch weitere Dinge in Luft und Feuer #4 versteckt, aber die findet man sicher, wenn man's nur oft genug liest und seinen Freunden empfiehlt.
Zu den Kostümen an sich: Ich habe lange darüber nachgedacht, wie die neuen Kostüme aussehen sollen. (Habe hier so einige Konzeptzeichnungen, die ich glatt für viel Zaster auf ebay verkaufen könnte, wenn ich nicht ein so unwichtiger Comiczeichner wäre.) Aber trotzdem habe ich noch, während die Comicstrips online gingen, die Kostüme geändert. So besteht so einiger Unterschied zwischen dem ersten Auftritt von Luft und dem zweiten.
Dass ich nicht den Mund in die Maske hätte reinschneiden sollen, hätte mir deutlich früher auffallen sollen. Mit Luft und Feuer probiere ich mich etwas mehr an Realismus und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie man einen Mund in eine Maske kriegt, der sich mit dem Mund unter dieser Maske bewegt, ohne dass man Klebestreifen oder so benutzt. Und das ist doch eher eine schmerzhafte und unnötige Angelegenheit.
Bei der Farbe fühlte ich mich erst ziemlich sicher. Tatsächlich ist das meiste, was ich in diesen Konzeptzeichnungen ausprobiert habe, die Farbe. Das Problem ist, dass Luft keine Farbe hat. Für Feuer war von vornerein klar, dass ich rot/orange/gelb nehme (gelb schließlich weggelassen, weil es sonst wie Iron Man aussähe). Aber bei Luft dachte ich schließlich daran, Farben des Himmels zu nehmen, mit einer Tendenz zu weiß. Daraum sehr helles, blasses Blau und weiß. Aber während ich die Comicstrips kolorierte, war ich damit gar nicht mehr zufrieden. Zum einen sah das Blau im vergleich mit dem Rest des Comicstrips ziemlich verwaschen und ekelhaft aus. Zum anderen hatte ich damit eine weitere Farbe in meiner Farbpalette. Das klingt vielleicht nach einem seltsamen Problem, aber zumindest für den Comicstrip, versuche ich meine Farbanzahl ziemlich klein zu halten. Heldisch ist kein Gemälde, sondern ein Comicstrip. Fragt mal Roy Lichtenstein, ob der nicht doch lieber in eins seiner Bilder dieses ekelige Blau einbringen möchte.
Letzter Absatz zu diesem Thema, wirklich: Symbole. Wenn man genau hinguckt, sieht man, dass Luft und Feuer nun je ein Symbol auf ihrer linken Brust haben. Ich beiße mir noch heute in den Arsch, weil Strong Guy und Electric Gal keine Symbole haben. Was wäre Superman ohne das S? Batman ohne die Fledermaus? Green Lantern ohne die Laterne? Damals wollte ich keine Symbole, weil Strong Guy und Electric Gal jeder möglicher Superheld sein sollte. Mit Symbolen hätten sie nur unnötig Flagge gezeigt. Tja. Aber Symbole und Logos existieren nicht umsonst. Sie sind etwas, woran man diese Superhelden hätte erkennen können. Diesen Fehler wollte ich für Luft und Feuer früh genug korrigieren. Habe ich nun gemacht und bin glücklich.
Zum heutigen Comicstrip ist nicht viel zu sagen. Wer wissen möchte, was eine Stroh-Feministin ist, kann sich gerne an die nächste Suchmaschine setzen oder auch einfach auf diesen Link klicken.
In den kommenden Tagen werde ich mich einfach nur über das Bild dieser fiktiven, übertriebenen Feministin lustig machen. Ich mache mich wohlgemerkt nicht über Feminismus lustig. Eine Feministin ist was völlig anderes als die Stroh-Feministin, das ist der Punkt!
Außerdem ist dieses Thema nicht durch #aufschrei angestachelt worden, von dem man letztens überall hörte, bis es verstummte, bis der Gauck es wieder aufbrachte. Nicht weil ich mich nicht traue, mich dazu zu äußern. Sondern weil der Comicstrip dafür nicht ausreicht.